Helmar ist von einem Ausflug nach Changtang zurueck. Changtang gehoert politische zu Ladakh, bzw. Indien, hat aber landschaftlich mehr mit Tibet gemein als mit dem Rest von Ladakh. Das Hochland liegt auf einer durchschnittlichen Hoehe von 4500m ueber Meer und somit oberhalb der Vegetationsgrenze. Changtang ist vorallem wegen zwei Seen bekannt, dem Tsomoriri See (4595m) und dem Tsokar See (4540m). Die Fahrt zu diesen Seen ist atemberaubend, da sich die Landschaft alle 10 Fahrminuten wieder komplett aendert. Leider duerfen wir euch wieder keine Bilder zeigen (der Internetcafe Typ hat es uns klar verboten wegen der schwachen Leitung...) aber wir werden dies in Kathmandu hoffentlich nachholen koennen. Stattdessen versuche ich die Landschaft zu beschreiben...
Ein Versuch die Landschaft von Ladakh zu beschreiben
Schroffe Felswaende die vom Wind und Wetter gezeichnet sind und sehr bruechig wirken. Felswaende die ihre Farbe von Tal zu Tal aendern und dies zum Teil sogar innerhalb der selben Felswand tun. Von weissen Bergen zu braunen. Gruene Felswande wechseln sich ab mit tief violleten Felsen. Oft sieht man auch Gestein, das von der Sonne derart verrannt ist, dass es schwarz glaenzend an gebratenen Speck errinnert...
Ab einer bestimmten Hoehe sind die Berg rund um die Taeler nicht mehr grob und kantig, sonder weich und wirken wie kleine Huegel. Wenn man sich nicht immer wieder bewusst macht, dass selbst diese "Huegel" nochmals ueber Tausend Meter hoeher sind als der Talboden, man moechte kurz hinaufrennen.
Die Talboeden sind ebenfalls nie gleich und immer spektakulaer. Grasflaechen, die jetzt im aufkommenden Herbst langsam gelb werden, werden meist von einem kristallblauen, fast tuerkisch farbenden Bach oder Fluss durchbrochen. Es gibt Taeler die mit Sand gefuellt sind, sodass man meint, sich in der Wueste zu befinden. Andere Taeler sehen aus, als ob ein Riese im ganzen Tal Steine in der Groesse von Kleinwagen verteilt hat.
Und ploetlich tauchen diese Seen auf. Tiefblau wie das Meer. Dunkler als der hellblaue, wolkenlose Himmel. Rund um die Seen sind die Spitzen der hoechsten Berge in Schnee getunkt, als o man Zucker darueber gestreut haette. Die Farben sind hier oben viel intensiver, da keine Verschmutzung und auch weniger Sauerstoff in der Luft sind. Herrlich!
Uebernachtung bei einer ladakhischen Familie
Am Tsomoriri See haben wir uebenachtet. In einem kleinen Torf am See (dem einzigen Dorf im ganzen Tal...!) haben wir bei einer ladakhischen Familie uebernachtet. Hier oben gibt es keine Hotels, so dass einem nur das Zelt oder ebend diese Moeglichkeit bleibt. Wir bekamen das beste Zimmer im Haus mit einer grandiosen Aussicht ueber den ganzen See! Ab 19.00 Uhr ist es dunkel und Elektrizitaet gibt es erst seit 2 Monaten. Da elektrisches Licht also ganz neu ist, hat das Dorf auch noch keine Lichtschalter. Das bedeutet, ab 19.30 gibt es Licht im Haus und ab 22.30 Uhr ueberall keines mehr. So sind wir dann nach dem wunderbaren Essen um 20.00 Uhr ins noch helle Bett...