Samstag, 6. September 2008

Die ersten Tage auf 3500m ueber Meer

Ich wollte ja immer mal spueren wie das ist auf 3500m herum zu wandern. Nun, Helen und ich hatten nicht wirklich muehe mit der anklimatisierung. Ich hatte wenig Kopfschmerzen aber die sind nicht wirklich ernst zu nehmen. Was man aber wirklich merkt ist die Bewegung auf dieser Hoehe! Gestern sind wir einen kleinen Huegel hinauf gelaufen (etwa 300m), es waren gemaess einem indischen Soldaten den wir unterwegs kennengelernt haben 520 Treppenstufen. Wir haben nicht gezaehlt, aber ungefaehr kommt das hin. Wir kamen echt ins Atmen. Nicht zu vergleichen mit den Wanderungen in der Schweiz. Es ist nicht unbedingt anstrengend, aber man spuert einfach jeden Schritt. Ich finde es sehr spannend seinen Koerper so zu spueren. Die Aussicht bei diesem Choerten (eine buddistische Staette, aehnlich wie eine Kappelle) war der Hammer. Man sah ueber die Stadt Leh und das Tal hinunter. Herrlich.
Sowieso die Landschaft raubt einem zusaetzlich den Atem. So etwas habe ich noch nie gesehen. Hammerhaft schoen. Kahle, braune Berge, an den Spitzen mit Schnee bedeckt, dazwischen manchmal etwas gruen (dort wo Gletscherwasser herunter kommt) und in der Mitte des Tales fliesst der Fluss Indus. Herrlich.

Buddistisches Klosterleben

Eigentlich wollten wir ja urspruenglich nach Tibet. Heute erlebten wir Tibet hautnah (jedenfalls den religioesen Teil Tibets). Um fuenf Uhr in der Frueh wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und in das 25km entfernte Dorf Thikse gefahren. Das Kloster in Thikse ist das Hauptkloster von Ladakh. Es ist direkt dem Kloster von Lhasa unterstellt und sieht der dortigen Potala zum verwechseln aehnlich. Sprich, das Kloster ist quasi auf den Berg geklebt. Der Berg ist Kloster, das Kloster ist Berg.
Wir waren so frueh dort, weil das Kloster eines der letzten ist, das morgendliche Gebete durchfuehrt an dem alle dortigen Moenche auch teilnehmen. Zudem ist das Morgengebet oeffentlich. Es war unglaublich spannend und spirituell an dieser, fuer uns fremden, Zeremonie teilzunehmen. Die langanhaltenden monotonen Gebete werden ab und zu von einem Trommeln und Trompeten unterbrochen. Dann verteilen die juengsten Moenche (etwa im Alter von 6 Jahren) Buttertee (riecht schon schlimm, probiert haben wir noch nicht...), und dann geht das Beten wieder weiter. Auffallend war, dass die Regeln zwar sehr strikt sind und sich selbst die Kleinen an die Ablaeufe halten, trotzdem sind aber alle relativ locker drauf und laecheln einem wieder an oder ein alter Moench hinter uns zeigte die korrekte Haltung der Finger beim beten.
Ein riesen Erlebnis dass das fruehe Aufstehen auf jeden Fall wert war.
Morgen gehts dann zum ersten mal weiter. Wir ziehen nach Alchi (etwas noerdlich) und werden dort auch uebernachten.

Juley aus Leh (Julee oder Juley, sie schreiben es immer wieder anders ist hier das unversal Wort. Braucht man fuer "Guten Tag", "Danke" und "Auf Wiedersehen")

Helmar Buesi

Leider sind die Internetleitungen in Ladakh allesamt sehr schwach. So dass es uns nicht moeglich ist, Fotos aufs Web zu laden. Wir muessen damit noch warten. Sobald es dann aber geht, werden wir das nachholen...